Hilde Stromer-Twum

Seit mehr als 20 Jahren reise ich nach Ghana in Westafrika und seit vielen Jahren besuche ich dort Perlen- und Stoffmärkte. Die kunterbunte Vielfalt ist faszinierend und die vielfältige und aufwändige Handarbeit beeindruckt mich immer wieder aufs Neue.

Da ich die Stoffe auf dem lokalen Markt erwerbe und nicht etwa beim Großhändler, unterstütze ich mit meinem Einkauf die Marktfrauen, die oftmals ihre gesamte Familie durch ihren kleinen Marktstand ernähren.

Auch die Perlen wähle ich in der Regel von kleinen Händlern und Händlerinnen auf den Perlenmärkten in Koforidua und Dodowa aus. Viele Händler kommen von weit her (Mali, Nigeria …) um ihre Waren in Ghana anzubieten.

Da es sich bei den Perlen um „real african beads“, also reine Handarbeit handelt, sind Unterschiede in Farbe, Form und Abmessungen naturgegeben.

Glasperlen werden in Ghana seit langer Zeit traditionsgemäß vom Volk der Krobo hergestellt. Dabei wird Altglas gesammelt, gereinigt und zu Glaspulver zerrieben. Für besondere Farben werden oft Farbpigmente zugegeben. Danach wird das Pulver in ebenfalls von Hand hergestellten Tonformen gefüllt und im Erdofen geschmolzen. Anschließend werden die noch flüssigen Perlen mit einem Stab in den Vertiefungen geformt und dabei gleichzeitig das Fädelloch gebildet. Manche Perlen werden mit farbiger Glaspaste bemalt und nochmals gebrannt. Durch diese aufwändige Handarbeit sieht jede Perle ein wenig anders aus.

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